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Illustration Frau / Madame / Signora

«Die Ergotherapeutin hat mir wieder Vertrauen gegeben.»

von Pierrette Berney

Von der Rehabilitation habe ich nicht über meinen Arzt erfahren. Das heisst, nicht direkt. Bei einem Arztbesuch hat er mir die Visitenkarte einer auf Low Vision spezialisierten Optikerin gegeben und mir gesagt, dass sie vielleicht etwas für mich tun könne. Ihre Leistungen würden jedoch nicht von der Krankenkasse übernommen. Ich habe mich gefragt, weshalb mein Augenarzt mich zu einer Optikerin schicken wollte, wo er mir doch eben gesagt hatte, dass ich keine neue Brille brauche.

Beim nächsten Besuch hat er mir dieselbe Visitenkarte noch einmal gegeben. Da habe ich mich auf Anraten meiner Schwiegertochter zu dieser Optikerin begeben. Sie hat mich direkt an eine auf Low Vision spezialisierte Ergotherapeutin weiter verwiesen. Dort habe ich unglaubliche physische und moralische Unterstützung bekommen. Neben vielem anderen habe ich erfahren, dass ich einen kostenlosen Telefondienst in Anspruch nehmen kann. Ich habe eine Lupe bekommen und habe grosse Fortschritte erzielt. Mit der Ergotherapeutin habe ich Leseübungen gemacht und dabei hat sie mir Wörter gezeigt, die ich wieder erkennen sollte. Manchmal habe ich etwas erfunden, da ich nur die ersten zwei Buchstaben sah und der Rest verschwommen war, aber nach einigen Sitzungen konnte ich die Wörter wieder erkennen. Überdies habe ich Schreibübungen gemacht, dank denen ich heute meinen Enkeln eine Geburtstagskarte schreiben kann. Die Ergotherapeutin hat mir in moralischer Hinsicht dank vielen Ratschlägen wieder Vertrauen gegeben.

Heute benutze ich drei Lupen: eine, die ich in meiner Handtasche aufbewahre und die ich für Einkäufe verwende, eine manuelle Lupe und eine elektronische Lupe, die ich auf das Lesegerät montieren kann. Ich habe während zwei Jahren Therapiesitzungen bei der Ergotherapeutin besucht und bin sehr zufrieden mit den Leistungen, die ich dort erhalten habe. Ich bedaure es, dass sie mir nicht bereits früher empfohlen wurde, denn so hätte ich schon viel früher mit der Rehabilitation beginnen können und hätte vielleicht zu jener Zeit noch mehr erreichen können. Wir sind definitiv zu wenig informiert über die Unterstützungsmöglichkeiten, die wir bekommen können, wenn unser Sehvermögen stark nachlässt.

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